
St. Petersburg ist die zweitgrößte Stadt Russlands und ihr kulturelles Zentrum, bekannt als „Venedig des Nordens” oder „Königin des Nordens”. Die Stadt wurde 1703 von Peter dem Großen gegründet und war über 200 Jahre lang die Hauptstadt des Russischen Kaiserreichs. Prächtige Paläste, von Kanälen durchzogene Stadtansichten und Museen von Weltformat machen sie zu einem der reizvollsten Reiseziele Russlands.
Die Eremitage und der Winterpalast: ein Ozean der Kunst
Der Winterpalast am Palastplatz ist der Hauptteil der Eremitage, eines der ältesten und größten Kunstmuseen der Welt. Das Museum wurde 1764 von Katharina der Großen gegründet und beherbergt über drei Millionen Kunstwerke, darunter Meisterwerke von Leonardo da Vinci, Rembrandt und Rubens. Schon das Gebäude des Winterpalastes selbst ist ein Beispiel barocker Architektur mit über 1000 Sälen, und jedes Detail der goldenen Verzierungen und der Marmorausstattung ist atemberaubend. Würde man jedes Exponat eine Minute lang betrachten, bräuchte man etwa fünfeinhalb Jahre – daher empfiehlt es sich, vor dem Besuch eine Route festzulegen und sich auf die wichtigsten Säle zu konzentrieren.
Die Erlöserkirche: ein Wunder aus Mosaik
Diese Kirche mit ihren farbigen Zwiebelkuppeln ist eines der markantesten Wahrzeichen St. Petersburgs. Sie wurde 1881 an der Stelle des Attentats auf Zar Alexander II. errichtet. Ihr Inneres ist vollständig mit prachtvollen Mosaiken von mehreren Tausend Quadratmetern bedeckt und gilt als herausragendes Beispiel des russischen Nationalstils. Die farbigen Kuppeln und die feine äußere Gestaltung erinnern an die Basilius-Kathedrale in Moskau, und die Kirche gehört zu den meistfotografierten Orten der Stadt.
Die Isaakskathedrale: der Blick über die Stadt unter der goldenen Kuppel
Die Isaakskathedrale ist die größte orthodoxe Kirche Russlands; ihre Bauzeit betrug über 40 Jahre, und sie wurde 1858 vollendet. Ihre vergoldete Hauptkuppel ist von vielen Stellen der Stadt aus sichtbar, und die Marmorsäulen sowie die prächtigen Ikonen im Inneren zeugen von ihrer monarchischen Bedeutung. Besucher können die Kolonnade der Kathedrale besteigen und aus 43 Metern Höhe den Panoramablick auf das historische Zentrum genießen – einer der besten Aussichtspunkte der Stadt.
Die Peter-und-Paul-Festung: der Geburtsort der Stadt
Die Peter-und-Paul-Festung liegt auf der Haseninsel, wo Peter der Große 1703 St. Petersburg gründete; daher wird sie „Wiege der Stadt” genannt. Innerhalb der Festung befindet sich die Peter-und-Paul-Kathedrale, die Grabstätte der russischen Zaren, darunter Peter der Große und weitere Mitglieder der Romanow-Dynastie. Die goldene Turmspitze der Kathedrale ist 122,5 Meter hoch und zählt zu den höchsten Bauwerken der Stadt. Ein Spaziergang auf den Festungsmauern bietet herrliche Ausblicke auf die Newa und das Stadtzentrum, und die tägliche Tradition des Kanonenschusses um zwölf Uhr mittags zieht ebenfalls die Aufmerksamkeit der Touristen auf sich.
Die Kasaner Kathedrale: Wahrzeichen des Newski-Prospekts
Die Kasaner Kathedrale liegt am Newski-Prospekt, und ihre prächtige Kolonnade ist vom Petersdom in Rom inspiriert. Sie ist bis heute eine aktive Kirche; in ihrem Inneren werden die wundertätige Ikone der Gottesmutter von Kasan sowie militärische Erinnerungsstücke aus dem Napoleonischen Krieg von 1812 aufbewahrt. Der Platz und die Kolonnaden vor der Kathedrale wirken aus der Ferne sehr eindrucksvoll und sind ein Ort, den man bei einem Spaziergang entlang des Newski-Prospekts nicht auslassen sollte.
Schloss Peterhof: das russische Versailles
Peterhof wird „russisches Versailles” genannt und wurde von Peter dem Großen nach dem Vorbild des französischen Versailles am Finnischen Meerbusen errichtet. Sein berühmtester Teil ist die Gruppe der goldenen Springbrunnen, die ohne Pumpen allein durch natürliches Gefälle betrieben wird, wobei sich Hunderte vergoldeter Statuen auf kunstvolle Weise mit den Wasserstrahlen verbinden. Die Parkanlage umfasst etwa 200 Hektar, und ein Besuch im Sommer bietet das beste Erlebnis, da die Brunnen dann in Betrieb sind.
Zarskoje Selo (Katharinenpalast): das Geheimnis des Bernsteinzimmers
Der Katharinenpalast liegt in Zarskoje Selo am Stadtrand von St. Petersburg und ist weltweit für das „Bernsteinzimmer” bekannt, das als achtes Weltwunder bezeichnet wird. Die blau-weiße barocke Fassade des Palastes ist sehr schön, und die Innenausstattung ist golden und prunkvoll und zeigt den Reichtum und den Geschmack der russischen Zarenfamilie. Zarskoje Selo liegt etwas außerhalb des Zentrums von St. Petersburg; Touristen können mit dem Bus oder Taxi dorthin gelangen, und ein Ausflug eignet sich für einen Tagesausflug.
Der Newski-Prospekt und die nächtlichen Brücken
Der Newski-Prospekt ist die Hauptschlagader der Stadt und etwa 4,5 Kilometer lang; an beiden Seiten reihen sich historische Gebäude, Cafés und Geschäfte aneinander und bilden den besten Ort, um die historische Atmosphäre der Stadt zu erleben. In den Sommernächten ist das Öffnen der Palastbrücke die berühmteste nächtliche Szene St. Petersburgs: Die beiden Brückenhälften heben sich langsam, um große Schiffe durchzulassen, und viele Touristen warten bis tief in die Nacht auf diesen Moment.
Praktische Tipps
- Tickets im Voraus kaufen: Die Eremitage ist sehr stark besucht; der Online-Kauf im Voraus ist der beste Weg, um lange Schlangen zu vermeiden.
- Route im Museum planen: Die Eremitage ist riesig; Erstbesuchern wird empfohlen, 5–7 wichtige Säle auszuwählen, etwa die Raffael-Loggien, die Pfauenuhr und den Leonardo-da-Vinci-Saal.
- Ausflüge in die Vororte planen: Peterhof und Zarskoje Selo liegen weit außerhalb der Stadt; für jedes Ziel sollte ein halber Tag eingeplant werden, und die Anreise mit dem Tragflügelboot oder Bus ist bequem.
- Die lokale Küche probieren: Rund um den Newski-Prospekt gibt es viele Cafés und Restaurants, in denen man traditionelle russische Pfannkuchen (Bliny) und traditionellen Tee kosten kann.
St. Petersburg ist eine Stadt, die mit der Zeit immer reizvoller wird. Ob man in Kunstwerke eintaucht oder zwischen Kanälen und Brücken umherwandert – die Stadt verzaubert jeden Besucher mit ihrem einzigartigen kulturellen Erbe.
